Ossi Witze
Die Ossiwitze sind eigentlich legitime Erben der DDR-Witze. Letztere gehörten in die Kategorie der politischen Witze. Sie behandelten die beiden sich gegenüber stehenden politischen Gegensätze des geteilten Deutschlands. Man wollte mit diesen Witzen die Art und Weise, wie die Bürger der DDR von ihrem Staat behandelt wurden, bloßstellen und vor allen Dingen die staatliche Führung ins Lächerliche ziehen. Viele Bewohner der DDR haben solche Witze selbst untereinander erzählt. Dabei gingen ihre Witze fast ausschließlich gegen die Regierung und deren Organe (Erich Honecker und die Stasi).
Nach der Wiedervereinigung gab es für die DDR-Witze keinerlei Verwendung mehr und es musste etwas Neues her. Da es trotz aller Verbundenheit miteinander auch immer noch den Konflikt zwischen West und Ost gab, lag es nahe dass man die Ossis ein wenig aufs Korn nehmen musste. Damit waren die ersten Ossiwitze schnell geboren.
Zielsetzung dieser Witze war es, den Ossi mit seiner neuen Freiheit und den damit verbundenen Möglichkeiten zu konfrontieren. Schließlich meinte man doch, dass die Menschen im Osten die angenehmen Seiten des Lebens im Westen gar nicht kannten. Alles das, was im Westen selbstverständlich war, musste der Ossi doch erst einmal kennenlernen. Was lag also näher, als dem „UDO“ (Unser Dummer Ossi) dies auf eine Art und Weise zu erklären, die sehr stark an die Ostfriesenwitze erinnerten. Auch dort wurde eine Bevölkerungsgruppe zielgerichtet als dumm und unbeholfen dargestellt. Doch anders als bei den Ostfriesen, fühlten sich die meisten ostdeutschen Bürger durch diese Ossiwitze angegriffen. Sie hatten die Bevormundung durch den Staat (DDR) gerade erst hinter sich.